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11.09.2014

Mein erstes Rugby-Turnier

Rugby probierte ich zum ersten Mal während meines einjährigen Aufenthalts in Brisbane, obwohl ich zunächst skeptisch war, ob ich aufgrund meiner Lähmungshöhe Rugby spielen kann. Ich war begeistert! Die australischen Spieler, von denen einige gerade als Sieger von der Olympiade zurückkehrt sind, zeigten mir mit grosser Geduld die Grundregeln vom Fahren, Ball fangen oder werfen. Neben Ausdauertraining und taktischen Übungen ging es oft sehr spielerisch zu und her. Ich war nach den Trainings ziemlich erschöpft, aber glücklich. Erst da fiel mir auf, wie sehr mir Sport seit meinem Unfall eigentlich gefehlt hat.

Zurück in der Schweiz war für mich klar, dass ich mit Rollstuhl-Rugby weiter machen will. In Nottwil fand ich ideale Bedingungen. Es sind Rugby-Rollstühle vorhanden und auch Betreuung ist gegeben, um beim Transfer zu helfen. Anders als in Australien leiten hier die Spieler selbst das Training und es wird viel mehr Gewicht auf die Taktik gelegt. In Spielsituationen erklären die erfahrenen Spieler, wie ich als Spielerin mit eher grösseren Einschränkungen hilfreich fürs Team sein kann. Den Überblick zu behalten ist allerdings sehr schwierig, manchmal gelingt es mir das Richtige zu tun und manchmal stehe ich etwas verloren auf dem Feld.

In München konnte ich an meinem ersten Rugby-Turnier, einem Low-Point Turnier für die stärker eingeschränkten Spieler, teilnehmen. Vor dem ersten Spiel war ich ziemlich nervös. Ich wollte nicht zu viele Fehler machen und wusste nicht recht, wie der Ernstkampf aussieht. Meine Mitspieler waren jedoch sehr lieb und erklärten mir, welche Spieler ich blocken soll oder wie ich ihnen am besten helfen konnte. Obwohl ich im Vergleich zu den anderen Spielern langsam war, konnte ich immer wieder Gegner abhalten und mein Team unterstützen. Da wir bei drei der vier Gruppenspiele rasch führten, konnten wir verschiedene Varianten ausprobieren. Nebenbei lernte ich durch das Spiel mit den Schiedsrichtern, Verwarnungen und Strafen auch zusätzliche Regeln kennen. Leider verloren wir das vierte Gruppenspiel gegen die Favoriten. Gegen diese traten wir im Final wieder an, ein enger und extrem spannender Match, bei dem man bei allen Spielern die Emotionen spürte, Am Ende mussten wir uns knapp geschlagen geben mussten. Insgesamt hat mir die Erfahrung, als Team im Turnier zu spielen, riesigen Spass gemacht.

Text: Manuela Leemann, Silentlambs Lowpointteam, Fighting Snakes Zentralschweiz

Rss